Die Fastenzeit hat begonnen - (c) Adobe Stock / K.C.
Die Fastenzeit hat begonnen – (c) Adobe Stock / K.C.

Seit dem 11.11.2022 hatte die neue Karnevalssaison offiziell begonnen und während der Brauch im Dezember noch einmal – überschattet von Weihnachten – in den Hintergrund tritt, gab es im Februar des neuen Jahres kaum etwas wichtigeres. Egal wohin man sah, überall wimmelte es nur so von Ankündigungen zu Faschingsveranstaltungen- und Umzügen. Um die Herkunft und Bedeutung des Karnevals ranken sich viele Theorien und Mythen.

Während die einen behaupten, das Fest habe seinen Ursprung im Heidentum und diente dazu, den Übergang zwischen Winter und Frühling zu markieren, sind sich die anderen sicher, es stammt aus dem alten Griechenland, wo man zu Ehren des Gott Dionysos Ende Februar ein dreitägiges Fest feierte, bei dem auch der erste neue Wein verkostet wurde. Fest steht jedenfalls, die Faschingszeit ist eine bunte, ausgelassene und gesellige Zeit, in der man das Leben nochmal so richtig genießt, bevor am Aschermittwoch dann traditionell die Fastenzeit beginnt.

Aber was genau hat es mit dieser 40-tägigen Periode des Verzichts eigentlich auf sich und welche Vorteile können uns daraus entstehen?

Allgemein lässt sich feststellen: Das Fasten als solches muss nicht zwangsläufig mit unserer Ernährung und dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel verbunden sein. Dennoch ist dies wohl das Erste, woran die meisten von uns denken, wenn sie das Wort „Fasten“ hören. Ursprünglich ist das Fasten ein Brauch aus dem Christentum, der an das Leiden, den Schmerz und schließlich den Tod von Jesus Christus erinnern sollte. Heute kennen wir Fasten vor allem im Zusammenhang mit gesundheitlichen Themen und dem Streben nach Gewichtsabnahme. Aber auch Dopaminfasten und der sogenannte Digital-Detox liegen hoch im Kurs. Egal welche Form des Verzichts man für sich wählt, es lohnt sich, diese Erfahrung einmal gemacht zu haben.

Die bewusste Reduktion von Dingen, Reizen oder sogar Personen in unserem Alltag, kann eine unglaublich befreiende Wirkung haben. Sie könnten zum Beispiel mit etwas kleinem anfangen und statt des abendlichen Gläschen Wein während der Fastenzeit auf Tee oder Säfte ausweichen und einen Verzicht auf Alkohol üben. Vielleicht stellen Sie bei dieser Gelegenheit fest, dass die große Tasse Tee am Abend sehr gut tut und Sie dabei zur Ruhe kommen können. Auch der Verzicht auf Fernseher und Radio ist leicht zu praktizieren, kann aber unglaublich wohltuend sein. Schalten Sie bewusst das Radio aus, wenn Sie ins Auto steigen und fokussieren Sie sich ganz auf Ihre Umgebung und die Geräusche von draußen.

Ein zeitweiser Verzicht hilft uns nicht nur, zur Ruhe zu kommen, sondern auch unser Bewusstsein zu schärfen, das Maß unseres Konsums zu hinterfragen, in uns hineinzuhören und uns zu fragen, was Körper und Geist gerade wirklich brauchen. Wer offen dafür ist, in diesen wenigen Tagen zwischen dem Ende der Faschingszeit und Ostern Veränderungen zuzulassen und sich selbst in Verzicht und Geduld zu üben, der wird sicherlich viel über sich und das eigene Verhalten lernen können und vielleicht sogar einen neuen Zugang zu sich selbst finden, der auch nach der Fastenzeit fortbestehen bleibt.